Ein neues Gesicht ist in der Kabine des FC Bayern München angekommen – und seine Verpflichtung bringt mehr mit sich als nur die Freude über einen weiteren prominenten Neuzugang. Ismaël Saibari wurde offiziell als neuester Spieler des deutschen Rekordmeisters vorgestellt. Damit beginnt für den marokkanischen Nationalspieler ein neues Kapitel bei einem der größten Vereine des europäischen Fußballs.

Der 25-Jährige hat einen Vertrag beim FC Bayern bis zum 30. Juni 2031 unterschrieben. In München wird Saibari die Rückennummer 34 tragen – eine Zahl, die sofort besondere Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, weil sie für ihn eine persönliche Bedeutung besitzt.

Saibari kommt keineswegs als unbekannter Nachwuchsspieler nach München. Nach seinen ersten Stationen im belgischen Jugendfußball verbrachte er sechs Jahre beim PSV Eindhoven. Dort absolvierte er 142 Pflichtspiele und sammelte dabei 42 Tore sowie 29 Vorlagen. Während seiner Zeit in Eindhoven gewann er außerdem dreimal die niederländische Meisterschaft, dreimal den niederländischen Supercup und zweimal den niederländischen Pokal.

Genau diese Entwicklung hat dazu beigetragen, dass Bayern den Transfer entschlossen vorangetrieben hat. Die Münchner sehen in Saibari einen vielseitigen Offensivspieler, der auf mehreren Positionen eingesetzt werden kann. Er kann als offensiver Mittelfeldspieler, auf dem Flügel oder zentral agieren. Seine Stärke im Eins-gegen-eins, sein Zug zum Tor und sein intensives Pressing machen ihn zu einer zusätzlichen Option für Trainer Vincent Kompany.

Doch hinter der Nummer 34 steckt eine Geschichte, die weit über den Fußball hinausgeht.

Saibari entschied sich für die 34 als Erinnerung an seinen Freund Abdelhak Nouri. Nouri war im Juli 2017 während eines Freundschaftsspiels zwischen Ajax Amsterdam und Werder Bremen zusammengebrochen und erlitt dabei schwere Hirnschäden. Saibari erklärte, dass er mit der Rückennummer seine Unterstützung für Nouri zeigen möchte, der bei Ajax ebenfalls die Nummer 34 getragen hatte.

Damit ist die Zahl auf Saibaris Bayern-Trikot weit mehr als eine gewöhnliche Rückennummer. Jedes Mal, wenn der Marokkaner mit der 34 auf dem Rücken den Rasen betritt, wird er eine persönliche Erinnerung an einen Menschen tragen, der für ihn bis heute wichtig ist.

Für Bayern wird sich der Fokus allerdings schnell auf Saibaris Leistungen auf dem Spielfeld richten.

Der marokkanische Nationalspieler kommt nach einem besonders ereignisreichen Jahr nach München. Bei der Weltmeisterschaft 2026 gehörte er zu den auffälligen Spielern Marokkos. Saibari erzielte in allen drei Gruppenspielen der Atlas Lions ein Tor und verwandelte anschließend den entscheidenden Elfmeter beim Sieg im Achtelfinale gegen die Niederlande. Auch beim 3:0-Erfolg Marokkos gegen Kanada stand er in der Startelf, bevor eine Verletzung seinen weiteren Einsatz im Viertelfinale gegen Frankreich verhinderte.

Diese Leistungen haben das Interesse an einem Spieler noch einmal verstärkt, den Bayern bereits zuvor genau beobachtet hatte. Sportvorstand Max Eberl erklärte, dass der Verein frühzeitig eine gute Position schaffen wollte, weil man Saibaris Qualitäten kannte und ihm in München eine klare sportliche Perspektive bieten wollte.

Jetzt ist diese Perspektive Realität.

Saibari wurde am 28. Januar 2001 im spanischen Terrassa geboren und wuchs größtenteils in Belgien auf. Seine Jugendzeit verbrachte er unter anderem beim RSC Anderlecht und beim KRC Genk, bevor er 2020 zum PSV Eindhoven wechselte. Dort entwickelte er sich schließlich zu einem wichtigen Offensivspieler und schaffte 2023 den Sprung in die marokkanische A-Nationalmannschaft.

Auch seine internationale Entwicklung zeigt, warum Bayern in ihm mehr als nur eine Ergänzung des Kaders sieht. Saibari kommt mit internationaler Erfahrung und hat bereits auf großen Bühnen bewiesen, dass er mit hohem Druck umgehen kann.

Jetzt wartet jedoch die bisher größte Herausforderung seiner Karriere.

Die Allianz Arena wird viel von ihm verlangen. Beim FC Bayern geht es nicht darum, lediglich Teil des Kaders zu sein. Die Erwartungen sind jedes Jahr enorm, denn der Verein will um die Bundesliga, die nationalen Pokalwettbewerbe und die Champions League kämpfen.

Saibari weiß genau, worauf er sich eingelassen hat. Er erklärte nach seinem Wechsel, dass er schon als Kind davon geträumt habe, für einen Verein wie Bayern München zu spielen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er möglichst viele große Titel gewinnen möchte. Auch Trainer Vincent Kompany und Bayerns Spielweise spielten bei seiner Entscheidung eine wichtige Rolle.

Jetzt sind die ersten Begrüßungen vorbei.

Die Nummer 34 ist vergeben. Das Bayern-Trikot sitzt. Und nach seinen Erfolgen in Eindhoven sowie seinen starken Auftritten mit Marokko bekommt Ismaël Saibari nun die bislang größte Chance seiner Karriere: München davon zu überzeugen, dass Bayern nicht einfach nur einen weiteren talentierten Offensivspieler verpflichtet hat – sondern einen Fußballer, der bereit ist, sich auf der größten Bühne Europas einen Namen zu machen.

 

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